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Startups & Space 

Raumfahrt war früher reine Staatssache und wurde ­mit Steuergeldern öffentlich finanziert. Mit der sogenannten New-Space-Bewegung ist sie jetzt auch im Privatsektor und in der Startup-Welt angekommen. Was Elon Musk, Jeff Bezos und Richard Branson mit großen Weltraumprojekten vorgemacht haben, motiviert auch viele junge Ingenieure und Gründer mit eigenen Innovationen in der Raumfahrtindustrie mitzumischen. Erste deutsche New-Space-Startups sind z.B. Aerospace, Yuri, EightyLeo, LiveEO, Rocket Factory Augsburg und HyImpusle. Um dem wachsendem New-Space Standort einen deutschen „Weltraumbahnhof“ zu bieten, haben sich Ende 2020 mehrere deutsche Unternehmen aus Luft- und Raumfahrt zusammengeschlossen und die „German Offshore Spaceport Alliance“ (GOSA) gegründet. Ziel ist es, dass Miniraketen Satelliten von Deutschlands Hoheitsgewässern in der Nordsee ins All schicken. Die GOSA möchte ab 2023 Starts aus der Nordsee anbieten.

Quantencomputing 

Ein Quantencomputer nutzt im Unterschied zum klassischen Computer nicht elektrische, sondern quantenmechanische Zustände. In der Vergangenheit gab es verschiedene prototypische Realisierungsansätze und seit ca. drei Jahren investieren viele Regierungen und Forschungsorganisationen sowie große Computer- und Technologiefirmen weltweit in die Entwicklung von Quantencomputern. Quantencomputer werden als Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts angesehen und versprechen dank ihrer Rechenpower Anwendungen zu ermöglichen, die selbst mit modernsten Supercomputern nicht machbar sind, z.B. komplexe Simulationen in der Chemie und Versicherungswirtschaft. Von den großen Initiativen und Investitionsvorhaben werden nun auch vermehrt junge Ingenieure und Gründer sowie Investoren angezogen, um mit eigenen Startups in der Welt der Quantencomputer mitzumischen und zukünftige Märkte zu besetzen. Beispiele für deutsche Quantencomputer-Startups sind HQS Quantum Simulations, JoS Quantum, Kiutra, NVision, Quantum Optics Jena und Quartiq.

B2B Plattformen 

Digitalplattformen von Facebook, Amazon, Microsoft, Google und Apple (kurz FAMGA) dominieren heute weltweit die Konsumermärkte und profitieren von der Plattformökonomie bzw. den Netzwerkeffekten mit immer weiter sinkenden Grenzkosten und steigendem Plattformwert. Die Plattformökonomie hat nun auch den B2B-Sektor erreicht: Neue Anbieter disruptieren mit ihren Marktplätzen, Börsen und Kollaborationsplattformen traditionelle Industriesektoren. Im B2B-Plattformmarkt wird jedoch kein globales Oligopol wie bei B2C entstehen, weil sich B2B-Plattformen stark auf einzelne Industriesektoren – teilweise geografisch begrenzt – konzentrieren und diese tief durchdringen müssen, d.h. Skalierungsmöglichkeiten über mehrere Sektoren sind sehr begrenzt. Das ermöglicht einen globalen Markt für hunderte von spezialisierten B2B-Plattformen, mit 2-3 führenden Plattformen pro Sektor. Plattform-Startups aus NRW haben gute Chancen einer der führenden, ggf. sogar globalen Plattformen in ihrem jeweiligen Industriesektor zu werden; in NRW können sich langfristig 1-2 Dutzend der B2B-Plattform-Startups zu soliden, größeren mittelständischen Unternehmen entwickeln, z.B. Metalshub und Leroma aus Düsseldorf.